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Das alte Flurdenkmal Hütbauern-Wegkreuz wurde 2014 renoviert

 

Hütbauern Kreuz am oberen Rosshof renoviert

Dieses alte Flurdenkmal wurde voriges Jahr von einem Auto, das durch ein Navi fehlgeleitet wurde, beim Rückwärtsstoßen umgefahren und schwer beschädigt. Der Granitsockel ist dabei zu Bruch gegangen und das gusseiserne ca. 1,20 m hohe Kreuz wurde ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Unfall wurde es bei der Eigentümer-Familie Wurzinger am oberen Rosshof Nr. 3 unter Dach aufbewahrt.  

 


Der Geiganter Obst- und Gartenbauverein nahm sich der Bruchstücke an und organisierte die Wiederherstellung des ramponierten Marterls. Die Vorsitzende Gerda Klickermann war der Meinung, dass es der Allgemeinheit nicht vorenthalten werden sollte.  Es wäre ein herber Verlust eines sogenannten Feld- oder Wegkreuzes, das weit über ein Jahrhundert Bestand hatte und einfach zum Bild des Rosshofs gehört. Die Koordination aller notwendigen Arbeiten, wie z. B. das Einholen der Angebote und die Überwachung der Ausführung, sowie die Abwicklung mit der KFZ-Versicherung des Schadensverursachers lag in den Händen von Heinrich Böhm aus Geigant.  

Der gusseiserne gekreuzigte Christus wurde fachgerecht von Franz Fischer aus Althütte geschweißt. Vom Rost und Schmutz befreit hat es die Firma Kufner in Cham und anschließend mit einem Lichtbogenverfahren verzinkt, um den weiteren Bestand zu sichern. Markus Ederer aus Waldmünchen übernahm die Malerarbeiten und gab dem Kreuz ein neues schmuckes Aussehen. 

Firma Egon Mühlbauer aus Geigant betonierte ein neues Fundament und besorgte die Humusierung. Die Steinmetzarbeiten am neu gekauften Granitsockel, die Befestigung des Gusskreuzes und die Neuaufstellung wurde durch die Firma Naturstein Georg Ederer aus Rannersdorf erledigt. Die Gesamtkosten der Wiederherstellung beliefen sich auf insgesamt ca. 2200 Euro, wobei hier die ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht mit eingerechnet wurden. 

Innerhalb kurzer Zeit ist das Hütbauern-Kreuz nach dem Katlfelsen- und dem Arberblick-Kreuz das Dritte, das in der Katzbacher Flur wiederhergestellt wurde. All diese und weitere 25 Flurdenkmäler in Katzbach geben Zeugnis über die tiefe Gläubigkeit der Bevölkerung in der Vergangenheit, aber auch über das Bemühen Einzelner und natürlich der hiesigen Vereine, diese althergebrachten Kleinode aus unserer christlichen Kultur zu erhalten und zu pflegen. 

Bei der Renovierung wurde das ursprüngliche Aussehen des Gußaufsatzes verändert. Ursprünglich war der vergoldete Strahlenkranz wie bei allen Kreuzen dieser Art hinter dem Querbalken und um das Haupt des Gekreuzigten befestigt. Der Strahlenkranz stellt nämlich eigentlich ein Symbol für den Heiligenschein/Nimbus dar. Er ist Zeichen göttlicher Würde bzw. das Zeichen ewiger Heiligkeit. Jetzt befindet sich der Strahlenkranz in der Mitte des Jesus-Korpus und vor dem eigentlichen Kreuz, also weiter unten. 

Das Hütbauernkreuz am Rosshof hat in Katzbach eine Sonderstellung, es ist eines der wenigen, von denen bekannt ist, weshalb es errichtet wurde: An dieser Stelle wurde Anna-Maria Ederer, die Ehefrau des Michael Ederer im 2. Drittel des neunzehnten Jahrhunderts vom Blitz getroffen und starb. Deshalb stehen im Steinsockel die Initialen „M. E.“ für Michael Ederer, der als Stifter angesehen werden kann. Darunter ist die Jahreszahl 1890 eingraviert. Sie sagt das gemutmaßte Aufstellungsdatum aus. Der Witwer Michael stiftete aus diesem Grunde das Kreuz. Gekauft hat er es mit Sicherheit  aus der Kunstgießerei des ehemaligen Hüttenwerks in Bodenwöhr. Dieses hatte sich seinerzeit auf die Herstellung von gusseisernen Grab- und Wegkreuze spezialisiert. Das Hüttenwerk pries es im Katalog unter der Nummer 130 eigentlich als Grabkreuz an.  Das Kreuz ist außerdem das größte dieser Art in der ehemaligen Gemeinde Katzbach.

 

Das Ehepaar muss sehr christlich gewesen sein, denn kurz zuvor errichteten beide die Rosshofer Kapelle neben dem Hüthaus. Sie war verfallen und wurde 1978 durch den Geiganter Kapellenbauverein neu erbaut. 

Sehr interessant ist auch die Aussagekraft der Symbolik des Kreuzes: Die Kreuz-Enden sind dreieckig und symbolisieren die Trinität Gottes, die Heilige Dreifaltigkeit, also Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Das Kreuz selber ist als rankender Efeu gestaltet. Der Efeu steht symbolisch für die Unsterblichkeit. 

Am unteren Kreuzende steht in einer symbolischen gotischen Kirche eine Heiligenfigur mit den Attributen des Kreuzesstabes in der Rechten Hand und eines Salbgefäßes in der Linken. Es handelt sich hier mit Sicherheit um die Heilige Ecclesia. 

 © copyright by Josef Ederer Katzbach 33, Dez. 2014